Der Dompteur ist zur Fütterung zurück
Weil Tom Waits’ Reibeisenstimme klang, als gurgele er morgens mit Whisky und atme Luft ausschließlich durch filterlose Zigaretten, bewarfen ihn seine Zuhörer einst mit Obst und Gemüse. Sein neues Live-Album “Glitter & Doom” beweist, dass die Stimme zwar geblieben ist – dass Waits aber sein Publikum, dieses “wilde Tier”, inzwischen vollkommen beherrscht.
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Der “Boss” wird 60
Bruce Springsteen gilt mit über 120 Millionen verkauften Alben als kommerziell erfolgreichster Rockmusiker aller Zeiten. Noch heute füllt er ganze Stadien. Wie kaum ein anderer versteht er es, die Sorgen und Nöte der einfachen Leute in Rocksongs zu packen. Heute feiert er seinen 60. Geburtstag.
Für seine Fans ist er schlicht der “Boss” – und wenn der Chef ruft, dann kommen sie massenhaft zusammen. Als Bruce Springsteen diesen Sommer für zwei Konzerte in Deutschland halt machte, füllte er problemlos das Münchener Olympiastadion und am Tag darauf die Frankfurter Commerzbank-Arena.
Es folgten geradezu überschwängliche Konzertkritiken in Tageszeitungen und Musikmagazinen. Bei beiden Auftritten habe es sich nicht einfach um Konzerte gehandelt, sondern um “Rock-Offenbarungen”. Auch im 30. Jahr seiner Karriere steht Springsteen unangefochten an der Spitze des Rock-Olymps. weiterlesen
Erschienen am 23.09.2009 auf ARD.de
Die Wiesbadener Szene ist quicklebendig
MUSIK Allein elf lokale Bands spielten beim diesjährigen Folklore-Festival / Die heißesten Neuentdeckungen im Überblick
Das diesjährige Folklore-Festival hat es wieder mal gezeigt: Wiesbadens Musikszene ist lebendig und abwechslungsreich, allen strukturellen Schwierigkeiten wie fehlenden Proberäumen und mangelnden Auftrittsmöglichkeiten, mit denen sich Musiker in der hessischen Landeshauptstadt herumschlagen müssen, zum Trotz. Insgesamt elf Bands aus Wiesbaden spielten Ende August bei Folklore. weiterlesen
Erschienen am 17.09.2009 im Wiesbadener Kurier
Kreuzberger Country-Ausflüge
Pünktlich zum Herbstbeginn melden sich die größten Melancholiker der hiesigen Poplandschaft mit einem neuen Album zurück. Element of Crime mischen auf “Immer da, wo du bist, bin ich nie” vertraute Klänge und Texte in altbewährter Sven-Regener-Manier mit luftig-leichten Countrynummern.

Die Tage werden kürzer. Der Sommer verabschiedet sich, der Herbst steht vor der Tür. Die ersten Bäume verlieren ihre blassgelben oder rostigroten B
lätter. Da trifft es sich gut, dass sich die größten Melancholiker der hiesigen Poplandschaft rechtzeitig mit einem neuen Album zurückmelden.
Zehn neue Songs präsentieren “Element of Crime” um Sänger und Gitarrist Sven Regener – der auch als Autor der “Herr Lehmann”-Romane zu literarischem Ruhm gelangte – auf ihrem mittlerweile 13. Album. “Immer da, wo du bist, bin ich nie” klingt überraschend und vertraut zugleich und könnte ihr mit Gold ausgezeichnetes Album “Mittelpunkt der Welt” (2005) toppen. weiterlesen
Erschienen am 18.09.2009 auf ARD.de
Klangwelten voller Emotionen
Miumi sind zurzeit vielleicht Wiesbadens außergewöhnlichste und eigenständigste Band. Ihre Musik in Worte zu fassen, die ihrer Kunst gerecht werden, ist wie zu Architektur zu tanzen: wenig Erfolg versprechend. Sie ist zu vielschichtig und bewegt sich jenseits allgemein bekannter Kategorien. Zu wenig in festen Strukturen verhaftet sind auch ihre Lieder: Collagen aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, untermalt von elektronischen Beats, Soundfiles und Sprechgesang, die gängige Songschemata ignorieren. Miumi schaffen eigene Klangwelten und lassen eine Flut von Tönen, Bildern und Emotionen auf ihre Hörer los. In der hiesigen Musikpresse werden als Vergleiche immer wieder Bands wie Radiohead, Mogwai oder Sigur Rós genannt, ihre Musik wahlweise als Trip-Hop oder Post-Rock bezeichnet. Wer ist dieses Quartett, das jedem Vergleich standhält, weil es ihm geschickt durch Eigenständigkeit ausweicht? (weiterlesen…)
Laufende Motoren und rasende Busfahrer
Vorort auf Tour: Vertreter von Eswe Verkehr stellte sich den Fragen der Fahrgäste/Bei Problemen direkt Kontakt aufnehmen
FRAUENSTEIN “Das hören wir immer wieder”, war einer der häufigsten Sätze, der im Gespräch zwischen Frauensteiner Bürgern und Jörg Gerhard, dem stellvertretenden Betriebsleiter der Eswe-Verkehr bei VorOrt auf Tour in Frauenstein fiel. Denn vieles, was die Frauensteiner rund um den Busverkehr der Eswe zu bemängeln hatten, ist nicht neu. weiterlesen
Erschienen am 17.09.2009 im Wiesbadener Kurier
Ein Vierteljahrhundert ohne Chef
CAFE KLATSCH Kollektivbetrieb feiert mit einem großen Straßenfest sein 25-jähriges Bestehen
WIESBADEN Kleine Kinder toben mit bunt bemalten Gesichtern über das Kopfsteinpflaster der Eltviller Straße, verfolgt von ihren besorgten Müttern. Ergraute Autonome stehen beim Bier vor der Open-Air-Bühne und hören zu, wie ein kleiner Junge den Witz von den zwei Nullen erzählt, die am Strand eine Acht sehen und feststellen, dass es mit einem Gürtel auch ganz gut aussieht, um dann in Gelächter auszubrechen. Am Straßenrand quetschen sich Jung und Alt auf den Bierbänken und genießen bei Kaffee und Kuchen die warmen Sonnenstrahlen eines schönen Spätsommertages, während auf der anderen Straßenseite politische Initiativen an ihren Büchertischen über ihre Aktivitäten im Allgemeinen oder über rechtsradikale Aktivitäten in der Region im Speziellen aufklären. Alles verfolgt von den Blicken der Anwohner, die neugierig über die Brüstung ihrer Balkone blicken. Denn so etwas hat die Eltviller Straße lange nicht mehr gesehen. Der Grund für dieses bunte Treiben: Das Café Klatsch feierte am Samstag sein 25-jähriges Bestehen mit einem großen Straßenfest und Open-Air-Konzert. weiterlesen
Erschienen am 14.09.2009 im Wiesbadener Kurier
Sambarhythmen für Mindestlohn
KUNDGEBUNG “Bündnis” demonstriert auf dem Schlossplatz
WIESBADEN Unter dem Motto “dem Mindestlohn eine Stimme geben”, hat am Samstag das “Bündnis für einen Mindestlohn” eine Kundgebung auf dem Schlossplatz veranstaltet. Mit lauten Sambarhythmen verschaffte sich das gewerkschaftsnahe Bündnis Gehör bei den Passanten und warb für die Einführung eines Mindestlohnes von 7,50 Euro die Stunde. weiterlesen
Erschienen am 14.09.2009 im Wiesbadener Kurier
Mehr als nur Leibesertüchtigung
Der 125 Jahre alte Turnverein Frauenstein blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück
FRAUENSTEIN Der Fastnachtssonntag des Jahres 1884 war für Frauenstein ein ganz besonderer Tag. An diesem Tag fanden sich nämlich einige junge Männer in dem örtlichen Gasthaus “Zum goldenen Roß” ein und ließen sich vom bunten Fastnachtstreiben nicht daran hindern, den Turnverein Frauenstein zu gründen. Heute, 125 Jahre später, gibt es den TV Frauenstein immer noch. Das feiert der Verein mit einem bunten Festprogramm. weiterlesen
Erschienen am 09.09.2009 im Wiesbadener Kurier
Es ist kein großes Geheimnis: Immer weniger junge Leute interessieren sich für Politik, wenn man den Ergebnissen der beiden jüngsten Shell-Jugendstudien aus den Jahren 2002 und 2006 glauben darf. Nur 34 und 39 Prozent der befragten jungen Menschen im Alter von zwölf bis 25 Jahren gaben demnach an, sich für Politik zu interessieren. Das zeigt auch ein Blick auf die Wahlbeteiligung junger Menschen: Weniger als 70 Prozent der Unter-25-Jährigen gingen 2005 zur Bundestagswahl. Bei anderen Wahlen ist die Beteiligung noch geringer. Doch wer nicht schon in jungen Jahren von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, wird das auch später kaum tun.
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