Frau Doktor operiert

26 Dez

Wiesbadener Ska-Band besteht seit 14 Jahren / An die deutschen Texte mussten sich auch die Musiker gewöhnen

WIESBADEN 1995 wurde die Wiesbadener Ska-Band „Frau Doktor“ gegründet. In den vergangen 13 Jahren hat es die Band auf knapp 380 Konzerte im In- und Ausland gebracht und insgesamt sechs Platten veröffentlicht.

„Wir sind eigentlich mehr ein Herrenverein als eine Band“, bringt Üni Erler, Sänger und Gitarrist von „Frau Doktor“, das Erfolgsgeheimnis seiner Band auf den Punkt. „Wir machen das, weil es einfach tierisch viel Spaß bringt, gemeinsam durch die Lande zu ziehen und Konzerte zu geben.“

Kein Bock auf deutsche Texte

Die Wiesbadener Ska-Band gibt es seit 1995. Seit 1999 besteht die Band aus Üni, Manni, Hardy, Oli, Sebi, Andi, Matze, Andi, Ogie und Thies. Die Band wurde damals von Üni und Sebi aus einer Laune heraus gegründet. Der Bassist und der Sänger ihrer damaligen Punkband „Spado“ hatten sie verlassen und so dachten sich die zwei: „Probieren wir das mal“ und „Frau Doktor“ war geboren. Irgendwer schlug dann noch vor, dass die Band es doch mal auf Deutsch probieren sollte, und damit war der Grundstein für den heutigen „Frau Doktor“-Sound gelegt. „Ich hatte zuerst überhaupt keinen Bock auf Deutsch, dass hat mich echt genervt. Das nervt mich manchmal auch heute noch“, sagt Erler. „Es ist einfach schwieriger, einen deutschen Text zu schreiben, bei dem die Leute nicht denken „Was singt denn der für einen Schwachsinn“, erklärt er, „im Englischen dagegen hören die Leute nicht so genau hin.“

Wer ist diese Frau Doktor?

Die Frage nach dem Namen darf natürlich nicht fehlen. Wer ist denn eigentlich diese Frau Doktor? Mitte der 90er Jahre gab es eine Reihe von Ska-Bands, die einen Doktor im Namen hatten. „Dr. Ring-Ding“ zum Beispiel oder „Dr. Calypso“. „Die Doktoren waren aber immer Männer. Da dachten wir uns, sind wir halt die Frau Doktor“, erzählt der End-Dreißiger Üni Erler. Jenem „Dr. Calypso“, beziehungsweise dem Manager der Band, ist es auch zu verdanken, dass Wiesbadens bekannteste Ska-Band schon dreimal in Spanien touren konnte. Er lud die Band nämlich zu ihrer ersten Tour auf der iberischen Halbinsel ein. Dort kam es auch zu einem der Höhepunkte in der Bandgeschichte. „In Barcelona vor 3000 Leuten zu spielen, war ganz sicher ein Highlight,“ erzählt Erler.

Er persönlich zählt aber ganz andere Situationen zu den Höhepunkten. Situationen, die so manchem Konzertveranstalter sicher die Schweißperlen auf die Stirn trieben. Zum Beispiel, wenn die Band auf einem Autobahn-Parkplatz den Fußball aus dem Bus holte und drauflos kickte und dann zu spät zum Konzertort kam.

Kein Ende in Sicht

Im Dezember kommt es dann zu einem weiteren Highlight: Dem traditionellen „Frau Doktor“-Jahreskonzert im Schlachthof. „Zu Hause regelmäßig vor 1000 Leuten zu spielen, dass ist schon geil!“, freut sich Erler auf den Oktober. In den vergangen 13 Jahren hat es die Band auf knapp 380 Konzerte im In- und Ausland gebracht und sechs Platten veröffentlicht.

Und ein Ende ist nicht in Sicht: „So lange wir noch Bock haben und die Zeit dafür finden, wird es die Band geben“, verspricht Erler. Zeit ist ein Thema, das die Band immer häufiger vor Probleme stellt. „Wir sind ja alle alte Männer“, scherzt Erler, um ernst fortzufahren, „einige von uns haben Familie, drei von uns sind Lehrer, da wird es immer schwieriger, Zeit zu finden für gemeinsame Proben, Touren und Studiotermine.“

Proben ist ein weiteres gutes Stichwort: Die Band übt in den recht engen Räumen über dem Schlachthof. Wie passen dort zehn Leute mit Instrumenten und Verstärker in einen engen Proberaum? „Das geht schon, man kommt sich sehr nahe,“ sagt Erler und fügt lachend hinzu: „Und man muss sich gut riechen können.“

Frau Doktor spielen am 26. und 27. Dezember.2009 in Wiesbaden im Schlachthof

Ursprünglich in leicht veränderter Form im Wiesbadener Kurier erschienen.

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Eine Antwort to “Frau Doktor operiert”

  1. Julia May 17. Januar 2010 um 07:16 #

    Danke für den bombastischen Beitrag. Ich war letzte Woche bereits einmal auf dem Blog hier. Mal sehen, eventuell weist mich die Suchmaschine ja noch einmal hier zu dir.

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